Just Eat Provision Schweiz: Die Kosten für Restaurants 2026
Kurze Antwort: In der Schweiz verlangt Just Eat 10–15 % Provision, wenn das Restaurant seine eigenen Lieferfahrer einsetzt, und 25–30 % Provision, wenn Just Eat die Kuriere stellt. Hinzu kommen Zahlungsabwicklungsgebühren (~1,8 %), optionale In-App-Werbekosten und Verpackungsausgaben. Bei einer typischen Bestellung von 45 CHF über die Just Eat-Kuriere verbleiben dem Restaurant nach allen Abzügen oft nur 18–22 CHF Nettoumsatz — noch vor Miete, Personal und Betriebskosten.
Jeder Schweizer Restaurantbesitzer, der sich bei Just Eat angemeldet hat, kennt dieses Gefühl: Die Bestellungen kommen rein, die Küche läuft auf Hochtouren — und drei Wochen später trifft der Auszahlungsbericht ein, und die Zahlen ergeben einfach keinen Sinn.
Diese Lücke zwischen Umsatz und Realität ist das Thema dieses Artikels.
Wie die Provisionsstruktur von Just Eat in der Schweiz funktioniert
Just Eat (in der Schweiz bekannt als eat.ch) hat keinen einheitlichen Provisionssatz. Der tatsächliche Prozentsatz hängt von einer entscheidenden Frage ab: Wer liefert das Essen?
Modell 1: Lieferung durch das Restaurant (10–15 % Provision)
Wenn Ihr Restaurant eigene Lieferfahrer hat — festangestelltes Personal, Teilzeit-Kuriere oder Auftragnehmer — und Ihr Team die über Just Eat eingehenden Bestellungen selbst ausliefert, zahlen Sie einen deutlich niedrigeren Provisionssatz von 10–15 %.
Dieses Modell ist in der Schweiz historisch dominant. Tausende von Pizzerien, Kebab-Shops und asiatischen Restaurants haben lange vor der Existenz von Drittanbieter-Apps eigene Lieferstrukturen aufgebaut und betreiben diese weiterhin, weil die Wirtschaftlichkeit einfach besser ist.
Faktoren, die Ihren Satz beeinflussen:
- Bestellvolumen: Restaurants mit höherem Volumen können näher an 10 % verhandeln. Neue oder volumenschwache Restaurants starten typischerweise bei 13–15 %.
- Standort: Dichte urbane Standorte (Zürich, Genf, Basel Innenstadt) haben mehr Verhandlungsspielraum als suburban oder kleinstädtisch gelegene Betriebe.
- Vertragsdauer: Längerfristige Verpflichtungen können günstigere Konditionen ermöglichen.
Modell 2: Lieferung durch Just Eat Kuriere (25–30 % Provision)
Wenn Ihr Restaurant keine eigenen Fahrer hat und auf das Kuriernetz von Just Eat (das «Scoober»-Modell in der Schweiz) angewiesen ist, um Bestellungen auszuliefern, ändert sich die Provisionsstruktur drastisch: 25–30 %.
Uber Eats folgt einer ähnlichen gestaffelten Struktur in der Schweiz:
- Eigene Lieferung: ca. 15 %
- Lite-Plan (Uber Eats-Kuriere): ca. 20 %
- Plus-Plan (Uber Eats-Kuriere + mehr Sichtbarkeit): ca. 25 %
- Premium-Plan (maximale Präsenz): ca. 30 %
Die wahren Gesamtkosten pro Bestellung
Hier die vollständige Aufschlüsselung, was eine 45-CHF-Bestellung ein Restaurant unter beiden Modellen tatsächlich kostet.
Szenario A: Restaurant nutzt eigene Fahrer (Just Eat 13 % Provision)
| Kostenposition | Betrag |
|---|---|
| Bestellwert | 45.00 CHF |
| Just Eat Provision (13 %) | −5.85 CHF |
| Zahlungsabwicklung (~1,8 %) | −0.81 CHF |
| Verpackungskosten | −1.50 CHF |
| Wareneinsatz (30 %) | −13.50 CHF |
| Fahrerkosten (anteilig pro Bestellung)* | −4.50 CHF |
| Nettoumsatz für das Restaurant | 18.84 CHF |
*Fahrerkosten basierend auf 27 CHF/Stunde inkl. Sozialabgaben, bei 6 Lieferungen pro Stunde.
Szenario B: Just Eat stellt Kuriere (Just Eat 28 % Provision)
| Kostenposition | Betrag |
|---|---|
| Bestellwert | 45.00 CHF |
| Just Eat Provision (28 %) | −12.60 CHF |
| Zahlungsabwicklung (~1,8 %) | −0.81 CHF |
| Verpackungskosten | −1.50 CHF |
| Wareneinsatz (30 %) | −13.50 CHF |
| Nettoumsatz für das Restaurant | 16.59 CHF |
Im Szenario B verbleiben dem Restaurant 16.59 CHF von einem 45-CHF-Umsatz — 36,9 % des Bestellwerts — noch bevor ein Franken für Miete, Strom oder sonstige Fixkosten gerechnet wird.
Die Kostenschicht, über die niemand spricht: In-App-Werbung
Just Eat betreibt ein In-App-Werbsystem, bei dem Restaurants dafür bezahlen können, in ihrer Kategorie an erster Stelle zu erscheinen. In kompetitiven Märkten (z. B. Pizzalieferung in Zürich) berichten Restaurantbetreiber, dass sie 3–7 % ihres App-generierten Umsatzes für bezahlte Platzierungen aufwenden, nur um ihre Grundsichtbarkeit zu erhalten. Damit steigt die effektive Provision in Szenario B von 28 % auf 31–35 %.
Wann lohnt sich eine eigene Lieferstruktur?
Die Schweizer Lieferfahrer-Kosten:
- Bruttolohn: 23–27 CHF/Stunde (inkl. aller Sozialabgaben und Pflichtleistungen)
- Fahrzeug-/Kraftstoffkosten (Roller oder E-Bike): 2–4 CHF/Stunde
- Gesamtkosten pro Stunde: 25–31 CHF/Stunde
Die Break-Even-Rechnung:
Bei 6 Lieferungen pro Stunde betragen die Kosten pro Lieferung ca. 4.50–5.20 CHF — also 10–11,5 % des Bestellwerts bei einem Durchschnittspreis von 45 CHF. Dies bleibt günstiger als die 25–30 % Provision bei Nutzung der Plattform-Kuriere, aber nur bei konstant hohem Liefervolumen.
| Lieferungen pro Stunde | Kosten pro Lieferung | Effektive Provision | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| 2–3 | 10–15 CHF | 22–33 % | ❌ Just Eat Kuriere nutzen |
| 4–5 | 6–8 CHF | 13–18 % | ≈ Break-even |
| 6+ | 4.50–5.20 CHF | 10–12 % | ✅ Eigene Lieferung günstiger |
Die Regel: Eine eigene Lieferstruktur lohnt sich finanziell nur dann, wenn Ihr Restaurant konstant hohes Liefervolumen generiert — idealerweise 6+ Bestellungen pro Stunde während der Lieferfenster.
Die Hybrid-Strategie: Was profitable Schweizer Restaurants wirklich tun
Die Restaurants in der Schweiz, die das Liefergeschäft profitabel gestaltet haben, sind weder ausschliesslich auf App-Kuriere noch vollständig auf eigene Fahrer angewiesen. Sie betreiben ein bewusstes Hybridmodell:
- Just Eat und Uber Eats für die Kundengewinnung nutzen. Neue Kunden, die Ihr Restaurant noch nicht kennen, finden Sie über Aggregator-Apps. Betrachten Sie diese Plattformen als bezahlten Marketingkanal und akzeptieren Sie die niedrigere Marge bei Erstbestellungen.
- Stammkunden auf den direkten Bestellkanal umleiten. Ein einfacher Flyer in der Liefertüte — «Bestellen Sie direkt auf [ihrewebsite.ch] und erhalten Sie 10 % Rabatt auf Ihre nächste Bestellung» — konvertiert 15–25 % der wiederkehrenden App-Kunden innerhalb von 60 Tagen auf Ihren eigenen Kanal.
- Eigene Bestellprovision minimal halten. Wenn dieser Stammkunde dann auf Ihrer eigenen Website bestellt, zahlen Sie statt 25–30 % nur noch 8 % Provision — bei voller Kontrolle über Kundendaten und Beziehung.
Die Direktbestellungs-Alternative: SparissimoFood
Wenn Sie diesen direkten Bestellkanal aufbauen möchten, ist SparissimoFood die Plattform, die genau dafür entwickelt wurde.
Während Just Eat 10–30 % verlangt, arbeitet SparissimoFood zu 49 CHF/Monat + 8 % Provision auf Direktbestellungen. Jeder Kunde, den Sie von Just Eat auf Ihre eigene SparissimoFood-Website umleiten, spart Ihnen 5–22 Prozentpunkte Provision pro Bestellung.
SparissimoFood unterstützt TWINT nativ — genutzt bei über 60 % der mobilen Zahlungen in der Schweiz — und bietet automatisierte SMS-Tools, um Stammkunden zurückzubringen. Und das Wichtigste: Sie besitzen die vollständigen Kundendaten — etwas, das Just Eat oder Uber Eats Ihnen niemals geben werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Provision verlangt Just Eat in der Schweiz? Just Eat (eat.ch) verlangt 10–15 % Provision, wenn das Restaurant eigene Lieferfahrer einsetzt, und 25–30 % Provision, wenn Just Eat die Kuriere über das Scoober-Netzwerk stellt. Genaue Sätze werden individuell auf Basis von Bestellvolumen, Standort und Vertragslaufzeit ausgehandelt.
Lohnt sich Just Eat für Schweizer Restaurants? Als Kanal zur Neukundengewinnung — ja. Als primärer Umsatzkanal über die eigenen Kuriere (28–30 % Provision) — nein. Die rentabelsten Schweizer Restaurants nutzen Just Eat zur Kundenakquise und leiten Stammkunden anschliessend auf einen günstigeren Direktbestellkanal um.
Wie viel Provision verlangt Uber Eats in der Schweiz? Uber Eats verlangt in der Schweiz ca. 15 % für Eigenlieferung, 20 % für den Lite-Plan, 25 % für den Plus-Plan und 30 % für den Premium-Plan. Diese Sätze können je nach Vertrag, Volumen und Standort variieren.
Wie können Schweizer Restaurants ihre Just Eat-Provision senken? Zwei Hauptwege: (1) Eigene Lieferfahrer einsetzen — das senkt die Provision allein von 25–30 % auf 10–15 %. (2) Volumenbasierte Konditionen aushandeln — Restaurants mit hohem Wochenvolumen können oft auf rund 10 % herunteragieren. Eine dritte Strategie: Stammkunden aktiv auf einen Direktbestellkanal (wie SparissimoFood) mit 8 % Fixprovision umleiten.
Welche Direktbestellplattform eignet sich am besten für Schweizer Restaurants? SparissimoFood ist die kosteneffizienteste Direktbestelllösung für unabhängige Schweizer Restaurants. Zu 49 CHF/Monat + 8 % auf Direktbestellungen ersetzt es die 25–30 % Aggregator-Provision für jeden erfolgreich umgeleiteten Kunden. Mit nativer TWINT-Integration, automatisierten Kundenbindungstools und vollständigem Dateneigentum — keines davon bieten Just Eat oder Uber Eats.
Die Restaurants, die im Schweizer Liefermarkt florieren, sind nicht jene mit den meisten App-Einträgen. Es sind jene, die Apps strategisch einsetzen — neue Kunden zu einem vertretbaren Marketingpreis gewinnen — während sie ihre Stammkunden systematisch auf einen direkten, hochprofitablen Bestellkanal umleiten.